Spondylose beim Hund

Was ist Spondylose?

Die Spondylose (Spondylosis deformans) ist eine degenerative Erkrankung der Wirbelsäule, bei der der Körper als Reaktion auf den Abbau von Bändern und Bandscheiben knöcherne Zubildungen (Osteophyten) an den Wirbelkörpern bildet. Im Röntgenbild zeigen sich charakteristische Zacken, Erhebungen und Brücken.

Dieser Prozess ist ein Selbstschutzversuch des Körpers – durch die Versteifung sollen Nerveneinquetschungen verhindert werden. In der Zwischenzeit können jedoch erhebliche Schmerzen und Bewegungseinschränkungen auftreten.

💡 Von der Knochenzacke zum Papageienschnabel zur Bambuswirbelsäule – die Spondylose hat viele Gesichter!

Woran erkenne ich eine Spondylose?

Die Spondylose entwickelt sich oft schleichend – viele Hunde zeigen lange keine oder nur unspezifische Symptome:

  • Steifigkeit im Rücken – besonders nach dem Aufstehen

  • Berührungs- und Druckempfindlichkeit am Rücken

  • Rückenschmerzen – werden von Besitzern oft mit Bauchschmerzen verwechselt!

  • Verminderte Aktivität und Bewegungsunlust

  • Verweigerung von Sprüngen – ins Auto, auf die Couch, über Hindernisse

  • Schwierigkeiten beim Treppensteigen

  • Rüden heben ihr Bein beim Markieren nicht mehr – zu schmerzhaft

⚠️ Achtung: Werden die sensiblen Strukturen zwischen den letzten Lendenwirbeln eingeengt, kann ein Cauda Equina Syndrom entstehen – mit Schmerzen, Lähmungserscheinungen der Hinterhand und Inkontinenzproblemen. Hier besteht immer dringender Behandlungsbedarf!

Alltagstipps – kleine Änderungen, große Wirkung

Bei der Spondylose können kleine Alltagsanpassungen den Verlauf maßgeblich beeinflussen:

  • Rampe für Auto, Treppe, Couch und Bett – Sprünge konsequent vermeiden

  • Orthopädisches Bett – entlastet die Wirbelsäule

  • Übergewicht vermeiden – jedes Kilo zählt

  • Auskühlen vermeiden – Kälte verstärkt die Symptome erheblich

  • Warme Kleidung für Herbst und Winter – besonders für kurzhaarige und ältere Hunde

  • Gleichmäßige moderate Bewegung – lieber täglich kurze Spaziergänge als einmal die Woche lang und intensiv

Was können wir für euren Hund tun?

Die Physiotherapie ist bei der Spondylose eine der tragenden Behandlungssäulen – sie kann die Lebensqualität enorm verbessern und das Fortschreiten verlangsamen.

Unsere Ziele:

  • Schmerzlinderung

  • Erhalt der Beweglichkeit der nicht betroffenen Wirbelsäulenabschnitte

  • Muskelaufbau – die paravertebrale Muskulatur ist der natürliche Stützapparat der Wirbelsäule!

  • Entstauung bei Entzündungsschüben

  • Verbesserung der Körperwahrnehmung

  • Entlastung von Kompensationsstrukturen

Unsere Therapiemethoden:

  • Wärme – vor jeder Behandlung, besonders in der kalten Jahreszeit. Wärme ist bei der Spondylose das wichtigste Basisinstrument!

  • Massage – detonisierende Massage der verspannten Rückenmuskulatur, immer beidseitig

  • Manuelle Lymphdrainage – bei akuten Entzündungsschüben

  • Lasertherapie – entzündungshemmend und schmerzlindernd, besonders wirksam bei der Spondylose

  • Unterwasserlaufband – entlastet die Wirbelsäule durch den Auftrieb und ermöglicht schmerzärmere Bewegung

  • Kinesio-Taping – detonisierend und Spacetape über Schmerzpunkten

  • Passive Bewegungsübungen – Erhalt der Beweglichkeit

💡 Im Akutstadium: keine Massage über dem entzündeten Bereich, keine mobilisierenden Techniken – erst Kälte, dann nach Abklingen schrittweise aufbauen!

💡 Die Rückenmuskulatur ist das beste Korsett, das ein Hund mit Spondylose haben kann – Muskelaufbau ist die wichtigste physiotherapeutische Maßnahme!

Ihr habt Fragen oder möchtet einen Termin vereinbaren? Wir sind gerne für euch da – telefonisch, per WhatsApp oder über unser Kontaktformular.