Kreuzbandriss beim Hund

Was ist ein Kreuzbandriss?

Der Kreuzbandriss zählt zu den häufigsten orthopädischen Verletzungen beim Hund – mit einem entscheidenden Unterschied zum Menschen: Beim Hund reißt das Band selten auf einmal, sondern Faser für Faser, Stück für Stück. Die Ruptur ist daher fast immer die Folge eines vorgeschädigten, degenerierten Kreuzbandes.

Oft reicht ein ganz normaler Alltagsmoment als letzter Auslöser – das Hinterherlaufen einer Katze, ein Tritt in ein Loch oder unebener Boden.

💡 Besonders häufig betroffen: Labrador Retriever, Golden Retriever, Rottweiler, Boxer, West Highland White Terrier und Neufundländer.

Wichtig zu wissen

⚠️ Medialer Meniskus: Bei einem Kreuzbandriss wird häufig der mediale Meniskus mitgeschädigt – erkennbar am charakteristischen Meniskusklick bei Bewegung.

⚠️ Beidseitiger Befall: Die Abnutzung ist selten einseitig! Bei einem Großteil der Patienten kommt es nach etwa einem Jahr zur Ruptur auf der anderen Seite. Besitzer und Therapeuten müssen darauf vorbereitet sein!

Woran erkenne ich einen Kreuzbandriss?

  • Intermittierende bis hochgradige Lahmheit

  • Schmerzen bei Manipulation am Kniegelenk

  • Mediale Schwellung des Kniegelenks

  • Entlastungshaltung der betroffenen Gliedmaße

  • Meniskusklick – deutliches Klicken bei Bewegung

  • „Lady-like"-Sitzhaltung – das Bein wird beim Sitzen weggestreckt, da die Beugung schmerzt

💡 Der „Lady-like"-Sitz ist ein klassisches Zeichen des Kreuzbandrисses beim Hund – bitte sofort zum Tierarzt!

Was können wir für euren Hund tun?

Der Kreuzbandriss ist eines der wichtigsten Krankheitsbilder in der Hundephysiotherapie – ob konservativ oder nach OP, Physiotherapie ist in beiden Fällen unverzichtbar!

Phasengerechte Rehabilitation:

Phase 1 – Akutphase (0–6 Wochen) Kälteanwendung, Manuelle Lymphdrainage, Lasertherapie, Lagerungsberatung, sanfte passive Bewegungsübungen

Phase 2 – Aufbauphase (6–12 Wochen) Unterwasserlaufband, Massage, aktive Bewegungsübungen, Wärme vor der Behandlung

Phase 3 – Funktionsrehabilitation (ab 12 Wochen) Gezielter Muskelaufbau, Propriozeptionstraining, Koordinationsübungen, Gangrehabilitation

Unsere Therapiemethoden:

  • Kälteanwendung – Schmerzlinderung und Entstauung in der Akutphase

  • Manuelle Lymphdrainage – Entstauung der medialen Schwellung

  • Lasertherapie – Entzündungshemmung und Schmerzlinderung

  • Unterwasserlaufband – schrittweiser Belastungsaufbau mit reduzierter Gelenkbelastung

  • Massage – Entstauung und Tonusregulierung der Oberschenkelmuskulatur

  • Propriozeptionstraining – Wackelbrett, Balancekissen, Cavaletti

  • Kinesio-Taping – Gelenkstabilisierung, Muskelentspannung, Propriozeption

  • Narbenbehandlung nach chirurgischer Versorgung

Das Wichtigste für den Alltag

  • „Lady-like"-Sitz als Verlaufszeichen beobachten – bessert er sich?

  • Meniskusklick – bei Auftreten sofort den Tierarzt informieren!

  • Übergewicht konsequent angehen – jedes Kilo belastet das Kniegelenk zusätzlich

  • Nach dem ersten Kreuzbandriss die andere Seite immer im Blick behalten!

Ihr habt Fragen oder möchtet einen Termin vereinbaren? Wir sind gerne für euch da – telefonisch, per WhatsApp oder über unser Kontaktformular.