Arthrose beim Hund

Wie entsteht Arthrose?

Arthrose beginnt immer mit einer Schädigung des Gelenkknorpels – und was dann folgt, ist ein sich selbst verstärkender Teufelskreis:

  1. Knorpelschaden – durch Trauma, Fehlstellung, Überbelastung oder Verschleiß

  2. Entzündung – der geschädigte Knorpel provoziert eine Entzündungsreaktion in der Gelenkkapsel

  3. Reizerguss – die entzündete Membran produziert vermehrt Gelenkflüssigkeit

  4. Versteifung – die Gelenkkapsel verdickt sich faserig

  5. Osteophyten – knöcherne Zubildungen am Gelenkrand entstehen

  6. Irreversibler Knorpelabbau – die chronische Arthrose ist entstanden

💡 Knorpelschaden führt zu Entzündung – Entzündung führt zu weiterem Knorpelabbau. Dieser Teufelskreis muss frühzeitig unterbrochen werden!

Besonderheit: Der Gelenkknorpel braucht Bewegung!

Der Gelenkknorpel besitzt keine eigenen Blutgefäße – er wird ausschließlich durch die Gelenkflüssigkeit ernährt. Das bedeutet: Bewegung ist für die Knorpelernährung unverzichtbar!

Zu wenig Bewegung = schlechte Knorpelernährung = beschleunigter Knorpelabbau.

Bei der Arthrose ist Bewegung Medizin – aber die richtige Bewegung, zur richtigen Zeit, in der richtigen Dosis!

Woran erkenne ich Arthrose?

Die Arthrose entwickelt sich schleichend – viele Hunde zeigen erst im fortgeschrittenen Stadium deutliche Symptome:

  • Anlaufschmerzen – Steifigkeit nach Ruhe, die sich nach kurzer Bewegung bessert

  • Anfangs intermittierende, später bleibende Lahmheit

  • Verminderte Aktivität und Bewegungsunlust

  • Schonhaltung der betroffenen Gliedmaße

  • Wetterfühligkeit – Verstärkung der Symptome bei kaltem, nassem Wetter

  • Muskelabbau durch chronische Entlastung

  • Knisternde Geräusche beim Bewegen des Gelenks

💡 Anlaufsteifigkeit, die sich nach kurzer Bewegung bessert – immer an Arthrose denken!

Was können wir für euren Hund tun?

Die Physiotherapie ist bei der Arthrose eine der wichtigsten Behandlungssäulen. Sie kann den Verlauf der Erkrankung maßgeblich beeinflussen und die Lebensqualität erheblich verbessern.

Unsere Ziele:

  • Schmerzlinderung durch gezielte physikalische Maßnahmen

  • Erhalt und Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit

  • Muskelaufbau – die gelenkstabilisierende Muskulatur ist der wichtigste natürliche Gelenkschutz

  • Entstauung bei Gelenkerguss durch manuelle Lymphdrainage

  • Verbesserung der Körperwahrnehmung durch Propriozeptionstraining

Unsere Therapiemethoden:

  • Wärme – entspannt die Muskulatur, verbessert die Durchblutung und bereitet das Gewebe auf die Behandlung vor

  • Kälte – bei akuten Entzündungsschüben zur Schmerzlinderung und Entstauung

  • Massage – gezielte Behandlung der verspannten Kompensationsmuskulatur

  • Manuelle Lymphdrainage – bei Gelenkerguss und Schwellung

  • Unterwasserlaufband – ideal für arthrotische Hunde! Der Auftrieb reduziert die Gelenkbelastung, während die Bewegung die Knorpelernährung fördert

  • Lasertherapie – entzündungshemmend und schmerzlindernd

  • Kinesio-Taping – unterstützt die Biomechanik und fördert die Körperwahrnehmung

  • Faszientherapie – Faszien rund um arthrotische Gelenke sind häufig verändert und schmerzhaft

Blutegeltherapie bei Arthrose

Die Blutegeltherapie ist eine der ältesten Heilmethoden der Welt – und erlebt auch in der Tiermedizin eine beeindruckende Renaissance.

Medizinische Blutegel werden gezielt auf oder nahe dem betroffenen Gelenk angesetzt. Ihr Speichel enthält hochwirksame Substanzen, die gleichzeitig schmerzlindernd, entzündungshemmend und durchblutungsfördernd wirken.

Die Wirkung bei Arthrose:

  • Deutliche Schmerzlinderung

  • Entzündungshemmung im betroffenen Gelenk

  • Verbesserung der lokalen Durchblutung und des Stoffwechsels

  • Entstauung durch die gerinnungshemmende Wirkung

Die Wirkung einer Blutegelbehandlung kann Wochen bis Monate anhalten – viele Besitzer berichten von einer spürbaren Verbesserung bereits nach wenigen Sitzungen.

Unser Tipp für den Alltag

  • Regelmäßige, moderate Bewegung ist besser als Schonung – aber niemals bis zur Schmerzgrenze!

  • Übergewicht ist einer der größten Risikofaktoren – jedes Kilo weniger entlastet die Gelenke erheblich

  • Wärme hilft bei chronischer Arthrose – Kälte bei akuten Entzündungsschüben

  • Kompensationsmuskulatur nicht vergessen – arthrotische Hunde entwickeln ausgeprägte Schonhaltungen, die andere Strukturen belasten

Ihr habt Fragen oder möchtet einen Termin vereinbaren? Wir sind gerne für euch da – telefonisch, per WhatsApp oder über unser Kontaktformular.

Was ist Arthrose?

Arthrose ist eine chronische, degenerative Gelenkerkrankung, bei der der Gelenkknorpel fortschreitend abgebaut wird. Grundsätzlich können alle Gelenke betroffen sein – besonders häufig sind Schulter, Ellbogen, Hüfte, Knie und die Gelenke der Wirbelsäule.

Wichtig zu wissen: Arthrose ist nicht heilbar. Einmal entstandene Knorpelschäden können nicht vollständig rückgängig gemacht werden. Das Ziel der Therapie ist daher immer die Verlangsamung des Fortschreitens und die Verbesserung der Lebensqualität.

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