Arthrose beim Hund
Wie entsteht Arthrose?
Arthrose beginnt immer mit einer Schädigung des Gelenkknorpels – und was dann folgt, ist ein sich selbst verstärkender Teufelskreis:
Knorpelschaden – durch Trauma, Fehlstellung, Überbelastung oder Verschleiß
Entzündung – der geschädigte Knorpel provoziert eine Entzündungsreaktion in der Gelenkkapsel
Reizerguss – die entzündete Membran produziert vermehrt Gelenkflüssigkeit
Versteifung – die Gelenkkapsel verdickt sich faserig
Osteophyten – knöcherne Zubildungen am Gelenkrand entstehen
Irreversibler Knorpelabbau – die chronische Arthrose ist entstanden
💡 Knorpelschaden führt zu Entzündung – Entzündung führt zu weiterem Knorpelabbau. Dieser Teufelskreis muss frühzeitig unterbrochen werden!
Besonderheit: Der Gelenkknorpel braucht Bewegung!
Der Gelenkknorpel besitzt keine eigenen Blutgefäße – er wird ausschließlich durch die Gelenkflüssigkeit ernährt. Das bedeutet: Bewegung ist für die Knorpelernährung unverzichtbar!
Zu wenig Bewegung = schlechte Knorpelernährung = beschleunigter Knorpelabbau.
Bei der Arthrose ist Bewegung Medizin – aber die richtige Bewegung, zur richtigen Zeit, in der richtigen Dosis!
Woran erkenne ich Arthrose?
Die Arthrose entwickelt sich schleichend – viele Hunde zeigen erst im fortgeschrittenen Stadium deutliche Symptome:
Anlaufschmerzen – Steifigkeit nach Ruhe, die sich nach kurzer Bewegung bessert
Anfangs intermittierende, später bleibende Lahmheit
Verminderte Aktivität und Bewegungsunlust
Schonhaltung der betroffenen Gliedmaße
Wetterfühligkeit – Verstärkung der Symptome bei kaltem, nassem Wetter
Muskelabbau durch chronische Entlastung
Knisternde Geräusche beim Bewegen des Gelenks
💡 Anlaufsteifigkeit, die sich nach kurzer Bewegung bessert – immer an Arthrose denken!
Was können wir für euren Hund tun?
Die Physiotherapie ist bei der Arthrose eine der wichtigsten Behandlungssäulen. Sie kann den Verlauf der Erkrankung maßgeblich beeinflussen und die Lebensqualität erheblich verbessern.
Unsere Ziele:
Schmerzlinderung durch gezielte physikalische Maßnahmen
Erhalt und Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit
Muskelaufbau – die gelenkstabilisierende Muskulatur ist der wichtigste natürliche Gelenkschutz
Entstauung bei Gelenkerguss durch manuelle Lymphdrainage
Verbesserung der Körperwahrnehmung durch Propriozeptionstraining
Unsere Therapiemethoden:
Wärme – entspannt die Muskulatur, verbessert die Durchblutung und bereitet das Gewebe auf die Behandlung vor
Kälte – bei akuten Entzündungsschüben zur Schmerzlinderung und Entstauung
Massage – gezielte Behandlung der verspannten Kompensationsmuskulatur
Manuelle Lymphdrainage – bei Gelenkerguss und Schwellung
Unterwasserlaufband – ideal für arthrotische Hunde! Der Auftrieb reduziert die Gelenkbelastung, während die Bewegung die Knorpelernährung fördert
Lasertherapie – entzündungshemmend und schmerzlindernd
Kinesio-Taping – unterstützt die Biomechanik und fördert die Körperwahrnehmung
Faszientherapie – Faszien rund um arthrotische Gelenke sind häufig verändert und schmerzhaft
Blutegeltherapie bei Arthrose
Die Blutegeltherapie ist eine der ältesten Heilmethoden der Welt – und erlebt auch in der Tiermedizin eine beeindruckende Renaissance.
Medizinische Blutegel werden gezielt auf oder nahe dem betroffenen Gelenk angesetzt. Ihr Speichel enthält hochwirksame Substanzen, die gleichzeitig schmerzlindernd, entzündungshemmend und durchblutungsfördernd wirken.
Die Wirkung bei Arthrose:
Deutliche Schmerzlinderung
Entzündungshemmung im betroffenen Gelenk
Verbesserung der lokalen Durchblutung und des Stoffwechsels
Entstauung durch die gerinnungshemmende Wirkung
Die Wirkung einer Blutegelbehandlung kann Wochen bis Monate anhalten – viele Besitzer berichten von einer spürbaren Verbesserung bereits nach wenigen Sitzungen.
Unser Tipp für den Alltag
Regelmäßige, moderate Bewegung ist besser als Schonung – aber niemals bis zur Schmerzgrenze!
Übergewicht ist einer der größten Risikofaktoren – jedes Kilo weniger entlastet die Gelenke erheblich
Wärme hilft bei chronischer Arthrose – Kälte bei akuten Entzündungsschüben
Kompensationsmuskulatur nicht vergessen – arthrotische Hunde entwickeln ausgeprägte Schonhaltungen, die andere Strukturen belasten
Ihr habt Fragen oder möchtet einen Termin vereinbaren? Wir sind gerne für euch da – telefonisch, per WhatsApp oder über unser Kontaktformular.
Was ist Arthrose?
Arthrose ist eine chronische, degenerative Gelenkerkrankung, bei der der Gelenkknorpel fortschreitend abgebaut wird. Grundsätzlich können alle Gelenke betroffen sein – besonders häufig sind Schulter, Ellbogen, Hüfte, Knie und die Gelenke der Wirbelsäule.
Wichtig zu wissen: Arthrose ist nicht heilbar. Einmal entstandene Knorpelschäden können nicht vollständig rückgängig gemacht werden. Das Ziel der Therapie ist daher immer die Verlangsamung des Fortschreitens und die Verbesserung der Lebensqualität.