Hüftgelenksdysplasie (HD)
Was ist die HD?
Die Hüftgelenksdysplasie (HD) ist eine der bekanntesten Erkrankungen beim Hund – und eine der häufigsten Diagnosen in unserer Praxis. Bei der HD passen Oberschenkelkopf und Hüftpfanne nicht korrekt zusammen. Was folgt, ist eine Kette aus Instabilität, Fehlbelastung und schließlich Arthrose.
HD tritt meist beidseitig auf und ist nicht heilbar. Ziel aller Therapie ist es, den Verlauf zu verlangsamen und die Lebensqualität so lange wie möglich zu erhalten.
💡 Besonders häufig betroffen: Deutscher Schäferhund, Rottweiler, Boxer, Golden Retriever, Berner Sennenhund und Labrador Retriever.
Wie entsteht HD?
Die HD ist eine erbliche Erkrankung – aber Genetik ist nicht alles! Die Ausprägung ist sehr variabel und der Besitzer kann den Verlauf aktiv beeinflussen:
Negativ: Überlastung, falsche Fütterung, Übergewicht bei Jungtieren
Positiv: Dosierte Belastung → solider Muskelmantel → maßgebliche Gelenkstabilisierung!
Weitere Risikofaktoren sind Übergewicht, Überlastung – besonders bei jungen Hunden – und Traumata.
Die fünf Schweregrade
Die HD wird in fünf Grade eingeteilt:
Grad A – HD-frei
Grad B – HD-Verdacht
Grad C – Leichte HD
Grad D – Mittlere HD
Grad E – Schwere HD mit ausgeprägter Arthrose
💡 Bereits ab der 16. Lebenswoche kann mit dem Penn HIP-Verfahren eine Frühaussage über die spätere HD-Entwicklung gemacht werden!
Woran erkenne ich eine HD?
Die Symptome variieren je nach Alter und Stadium:
Bewegungsunlust und steifer Gang
Charakteristischer Schaukelgang
Schwierigkeiten beim Aufstehen
Spontane Lahmheit
Muskelabbau in der Hinterhand
Schmerzen beim passiven Bewegen des Hüftgelenks
Abwehrreaktion beim Berühren der betroffenen Gliedmaße
Was können wir für euren Hund tun?
Die HD ist eines der häufigsten Krankheitsbilder in unserer Praxis – von der Prävention über die konservative Begleitung bis zur postoperativen Rehabilitation sind wir in jeder Phase dabei!
Unsere Ziele:
Schmerzlinderung durch physikalische Maßnahmen
Muskelaufbau – der Muskelmantel ist das natürliche Korsett des Hüftgelenks!
Gelenkstabilisierung durch kräftigende Übungen
Erhalt der Beweglichkeit
Gewichtsmanagement
Propriozeptionstraining – Körperwahrnehmung und Koordination
Unsere Therapiemethoden:
Wärme – vor jeder Behandlung, besonders bei chronischer Coxarthrose
Massage – detonisierende Massage der verspannten Hüft- und Oberschenkelmuskulatur
Manuelle Lymphdrainage – bei Gelenkerguss und Schwellung
Unterwasserlaufband – ideal! Auftrieb entlastet die Hüfte, Bewegung fördert Muskelaufbau und Knorpelernährung
Lasertherapie – entzündungshemmend und schmerzlindernd
Hüftschlinge aus Tape – unterstützt die Hüfte und fördert das Training
Propriozeptionstraining – Cavaletti, Wackelbrett, Schrägflächen, Slalom
Faszientherapie – die Faszien rund um das Hüftgelenk sind bei HD-Patienten chronisch verändert
Nach chirurgischer Versorgung:
Nach Femurkopfresektion: intensive Rehabilitation – Falschgelenk aufbauen!
Nach Totalendoprothese: gezielter Muskelaufbau
Nach Beckenosteotomie: phasengerechte Rehabilitation nach Freigabe
Das Wichtigste für den Alltag
💡 Bei der HD ist der Besitzer der wichtigste Therapeut – er entscheidet täglich, ob sein Hund zu viel, zu wenig oder genau richtig belastet wird!
Junghunde nicht überlasten – kein Treppensteigen, keine Sprünge, kein intensiver Ausdauersport!
Übergewicht ist einer der größten Risikofaktoren – jedes Kilo weniger entlastet die Hüfte erheblich
Muskelaufbau ist Gelenkschutz – das ist die wichtigste Botschaft für HD-Besitzer
Beidseitige Erkrankung bedenken – immer beide Seiten beurteilen!
Ihr habt Fragen oder möchtet einen Termin vereinbaren? Wir sind gerne für euch da – telefonisch, per WhatsApp oder über unser Kontaktformular.
———Acetabulum (Hüftpfanne)
Femur (Oberschenkelknochen——-