Cauda equina Kompressionssyndrom
Was ist das Cauda-Equina-Kompressionssyndrom?
Die Cauda Equina – lateinisch für „Pferdeschwanz" – ist das charakteristische Nervenbündel am Ende des Rückenmarks. Es steuert die Muskeln der Hinterläufe und des Schwanzes sowie die Schließmuskeln von Darm und Blase.
Beim Cauda-Equina-Kompressionssyndrom werden diese Nervenwurzeln am Übergang des letzten Lenden- zum ersten Kreuzwirbel (L7/S1) durch degenerative Veränderungen eingeengt. Das erste und oft dominanteste Symptom sind starke Schmerzen – im weiteren Verlauf können Lähmungserscheinungen der Hinterhand folgen.
💡 Besonders häufig betroffen: Deutscher Schäferhund, Riesenschnauzer, Dobermann, Rottweiler und Boxer – vor allem ältere Hunde über 20 kg.
Woran erkenne ich das Cauda-Equina-Syndrom?
Die Symptome entwickeln sich schleichend – und werden von Besitzern häufig als normale Alterserscheinungen abgetan!
Frühsymptome – Schmerz dominiert:
Schmerzen beim Aufstehen, Springen und Treppensteigen
Lauffaulheit und Bewegungsunwilligkeit
Scheinbare Besserung nach dem „Warmlaufen" – typisches Muster!
Unnatürliche Rutenhaltung bis zur Rutenlähmung
Das Aufbiegen der Rute ist extrem schmerzhaft – klassischer klinischer Hinweis!
Fortgeschrittene Symptome – Lähmung tritt hinzu:
Absenken der Kruppe
Stark abgenutzte Krallen durch schleifenden Gang
Koordinationsstörungen der Hinterhand
Progressive Lähmung des Schwanzes – wird kaum noch zum Wedeln eingesetzt
Muskelabbau der Hinterhandmuskulatur
Harn- und Kotinkontinenz
💡 Ein Schäferhund, der nicht mehr wedelt und Schmerzen beim Aufstehen hat – immer an das Cauda-Equina-Syndrom denken!
Was können wir für euren Hund tun?
Das Cauda-Equina-Kompressionssyndrom ist ein Paradebeispiel für die Bedeutung früher physiotherapeutischer Intervention – und für die Wichtigkeit der Besitzeraufklärung!
Unsere Ziele:
Schmerzlinderung – das dominierende Problem im Frühstadium
Erhalt der Beweglichkeit der Hinterhand
Muskelaufbau – besonders Becken- und Hinterhandmuskulatur
Propriozeptionstraining – Körperwahrnehmung der Hinterhand stärken
Unsere Therapiemethoden:
Wärme – vor jeder Behandlung, besonders im Bereich LWS und Kruppe
Massage – detonisierende Massage der verspannten LWS- und Beckenmuskulatur
Lasertherapie – entzündungshemmend und schmerzlindernd direkt am Übergang L7/S1
Kinesio-Taping – Rückentape und Spacetape über dem lumbosakralen Übergang
Manuelle Lymphdrainage – bei Schwellungen und Entzündungsreaktionen
Unterwasserlaufband – entlastet den lumbosakralen Übergang durch Auftrieb und ermöglicht aktive Bewegung
Propriozeptionstraining – Cavaletti, Wackelbrett, Schrägflächen
Passive Bewegungsübungen – Erhalt des Bewegungsumfangs der Hintergliedmaßen
Nach chirurgischer Versorgung: phasengerechte Rehabilitation wie nach Bandscheiben-OP
Das Wichtigste für den Alltag
Keine Sprünge – absolute Pflicht! Rampen für Auto, Couch und Treppe sind unverzichtbar
Übergewicht konsequent angehen – jedes Kilo belastet den L7/S1-Übergang zusätzlich
Frühe Diagnose rettet Nerven – viele Besitzer haben monatelang gewartet!
💡 Beim Cauda-Equina-Syndrom ist der Schmerz der erste Schrei des Körpers – wer ihn ignoriert, riskiert die Lähmung!
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